Drogen und Terrorismus

Wie eng ist der Zusammenhang?

Am 22. Juni veröffentlichte das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung UNODC seinen jährlichen „Welt-Drogen-Bericht“. Dieser Bericht gibt einen Überblick über das weltweite Angebot und die Nachfrage an verschiedenen Arten von Drogen, darunter Opiate, Kokain, Cannabis, Amphetamine und neue psychoaktive Substanzen. Die UNO schätzt die Zahl der Konsumenten auf etwa 250 Millionen Menschen weltweit. Cannabis stellt dabei das häufigste Suchtmittel dar. Doch nicht nur die gesundheitlichen Auswirkungen auf die Drogenkonsumenten werden in dem Bericht beleuchtet, sondern auch der Zusammenhang zwischen Drogenhandel und der Finanzierung von Terrorismus.

Drogenanbau findet häufig in politisch instabilen und finanziell schwachen Staaten statt. Oft unterstützt Drogenhandel das organisierte Verbrechen. Im Jahr 2014 wurden Schätzungen zufolge zwischen einem Fünftel und einem Drittel aller Einkünfte von transnational agierenden Verbrechensgruppen durch den Verkauf von Drogen erzielt. Besonders die moderne online Kommunikation bietet den Kriminellen dabei neue Möglichkeiten versteckt zu agieren. Die Taliban etwa erwirtschaften etwa die Hälfte ihres jährlichen Einkommens über Drogenproduktion und Drogenhandel. Ganze 85 Prozent des Drogenanbaus in Afghanistan finden in Gebieten statt, die von den Taliban kontrolliert werden. Generell befinden sich in Afghanistan fast zwei Drittel der globalen Anbaufläche für Opium. Die Produktion von Opium ist zuletzt gesunken, der Grund dafür ist aber weniger ein Umdenken der Drogenanbauer, als vielmehr geringere Ernteeinträge, verursacht durch die Umwelt.

Die Bandbreite an verkauften Drogen hat in den letzten Jahren bedeutend zugenommen und bietet somit einen beängstigenden Zukunftstrend. Besonders der Handel mit Opiaten ist immer breiter gestreut. Auch neue psychoaktive Substanzen befinden sich auf dem Vormarsch. Während es im Jahr 2012 nur etwa 260 davon gab, waren es 2015 beinahe doppelt so viel mit 483. Im Jahr 2016 erhöhte sich die globale Opiumproduktion um ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr. Hauptsächlich ist dies auf die Mohnernte in Afghanistan zurückzuführen. Auch der Kokainhandel nahm stark zu, besonders aufgrund des erhöhten Anbaus in Kolumbien. Nach Jahren des Rückgangs scheint es nun, als ob der Kokainverbrauch in Nordamerika und Europa wieder auf dem Vormarsch wäre. Die Zahl der Todesfälle durch Drogenmissbrauch belief sich im Jahr 2014 auf mehr als 200.000 Menschen, dabei ist Heroin jene Droge, die am meisten Menschen tötet. Der Kampf und die Kampagnen gegen die Herstellung von und den Handel mit Drogen verlieren ihre Aktualität daher leider nicht, weder in gesundheitlichen Belangen, noch in Verbindung mit der Finanzierung von Terrorismus.