Katar

Wie lange dauern die Sanktionen?

Katar ist an der Ostküste der arabischen Halbinsel am Persischen Golf gelegen. Das Emirat ist eine absolute Monarchie mit der Staatsreligion des Islam. Daher lehnt sich die Gesetzgebung zu großen Teilen auch an die Scharia an. Bekannt ist Katar aber auch dadurch, dass es das reichste Land der Welt ist. Anfang Juni geriet Katar in die Schlagzahlen, als von den Nachbarstaaten Sanktionen gegen den Staat verhängt wurden.

Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und Bahrain brachen ihre diplomatischen Beziehungen zum Emirat Katar ab und schnitten den Zwergstaat damit praktisch von den anderen Staaten der Arabischen Halbinsel ab. Der Grund dafür war unter anderem die angebliche Unterstützung Katars für die islamistische Muslimbruderschaft. Zudem wird das Emirat beschuldigt, die Pläne Irans zu unterstützen und somit den größten Rivalen von Saudi-Arabien. Mutmaßlich handelte es sich dabei aber um eine Falschmeldung, verursacht durch einen Hackerangriff auf Katar. Das Emirat wies alle Anschuldigungen zurück. Nichtsdestotrotz bestehen die Sanktionen weiter. Eine Folge des Abbruchs der diplomatischen Beziehungen ist das Erliegen der Verkehrsverbindungen zur See und in der Luft zum Emirat, sowie der Abzug des diplomatischen Personals aus Katar. Alle Bürger Katars wurden aufgefordert, Bahrain, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate zu verlassen. Sowohl Saudi-Arabien als auch Katar sind Verbündete der Vereinigten Staaten. Der US-Außenminister rief die Golfstaaten bereits dazu auf, ihren Streit beizulegen, leider vergeblich. Saudi-Arabien stellte eingangs dreizehn Forderungen an Katar, die allerdings für jedes souveräne Land nur schwer zu erfüllen wären. Diese Forderungen flossen anschließend in sechs Prinzipien zusammen. Das nährt die Hoffnungen auf eine Annäherung der Golfstaaten. Besonders die Organisatoren der Fußball WM 2022 in Katar und der Superbike WM 2017 in Doha hoffen auf eine rasche Beruhigung der Lage.

Saudi-Arabien, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate veranlassten Handelsboykotte gegen Katar. Sie werfen Katar vor, zu enge Beziehungen zum Iran – der gemeinhin als Erzfeind der Region gilt – zu pflegen und zudem Terrorgruppen zu unterstützen. Katar wies die Anschuldigungen zurück und ergriff Gegenmaßnahmen. Gegen die Sanktionen der drei Staaten zog Katar Ende Juli vor die Welthandelsorganisation (WTO) und legte dort Beschwerde ein. 60 Tage Zeit haben die Beteiligten nun, um den Streit beizulegen. Geschieht das nicht, kommt es zu einem Gerichtsverfahren. Gegenwärtig sieht es nicht nach einer baldigen Beilegung des Streits aus, denn mitten in der diplomatischen Krise unterzeichnete Katar einen milliardenschweren Rüstungsdeal mit Italien. Das Emirat bestätigte den Erwerb von sieben Marineschiffen im Wert von insgesamt fünf Milliarden Euro.