Das Ende der Krise

Wird es Griechenland schaffen?

Nach langen Jahren der Krise sieht Griechenland endlich wieder Licht am Ende des Tunnels. Am 20. August lief das dritte Rettungsprogramm der EU aus. Hierbei wurde angekündigt, dass die griechische Regierung auf kein viertes Rettungspaket bauen sollte, da es keine weitere finanzielle Unterstützung durch die Europäische Union oder den Internationalen Währungsfonds (IWF) geben würde.

Laut Experten sehen die Anzeichen für einen erfolgreichen Ausstieg gut aus. So wird der Wirtschaft Griechenlands eine 2,5-prozentige Wachstumsrate für das Jahr 2019 prognostiziert. Zudem wird den griechischen Staatsanleihen eine verbesserte Bonität unterstellt, was gleichzeitig niedrigere Renditen für die Anleihen als in der Vergangenheit bedeuten würde. Diese würden bei 4,3 Prozent liegen. Des Weiteren hat sich Griechenland von seinen budgetären Defiziten befreit und kann mittlerweile sogar wieder Haushaltsüberschüsse verzeichnen. Unter anderem soll potenziellen Investoren auch wieder mehr Sicherheit geboten werden, indem Griechenland einen sogenannten „Cash Buffer“, d.h. eine Reserve von 24 Milliarden anlegt.

Trotz dieser positiven Einschätzung gibt es nach wie vor eine Staatsverschuldung in Höhe von 228 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP), sowie eine hohe Arbeitslosenquote und soziale Armut. Zudem stellten die faulen Kredite (NPL) ein großes Problem dar. Der IWF fordert deswegen eine Umstrukturierung der griechischen Steuerpolitik zur Unterstützung des Wachstums, eine Stärkung der sozialen Sicherheitsnetze, eine Verbesserung der Bilanzen der Banken und eine Neugestaltung der Governance-Strukturen. Die Lösung dieser Probleme sollte allerdings in enger Abstimmung und Kooperation mit den europäischen Institutionen passieren.

Der IWF unterstrich die Notwendigkeit Maßnahmen zu ergreifen, um Griechenland auf lange Dauer wieder marktfähig zu machen. Bisher würde Griechenland diese Voraussetzungen noch nicht erfüllen. Die EU, bzw. ihre Mitgliedstaaten, müsste sich dazu bereit erklären, Griechenland einen höheren Schuldenerlass zukommen zu lassen. Insbesondere Frankreich unterstützt diese Sichtweise, während sich eine Gruppe von Staaten unter der Führung von Deutschland gegen solche Maßnahmen stemmt. Diese Gruppe geht davon aus, dass man durch den Schuldenerlass zwar bessere Bedingungen für Griechenland schaffen könnte, allerdings befürchten diese Staaten dadurch ihre Steuerzahler nicht vollständig zurückzahlen zu können.

Um sicherzugehen keine potenziellen Investoren zu verlieren, muss Athen weiterhin Reformen durchführen. Der Präsident der griechischen Notenbank Yannis Stournaras macht hierbei darauf aufmerksam, dass jede Abweichung von den geplanten wirtschaftlichen Reformen, das Vertrauen der Investoren zerstören könnte. Unter anderem erklärte Präsident Stournaras, dass die Märkte abwarten würden, ob Griechenland zusätzliche Maßnahmen nach dem Auslaufen des Hilfsprogramms der EU und des IWF am 20. August 2018 unternehmen wird. Es wäre nämlich falsch davon auszugehen, dass der im Juni 2018 ausgehandelte Kompromiss mit der Eurozone genug sei, um Griechenland wieder auf den internationalen Märkten zu etablieren. Dieser verlängerte unter anderem die Fristen der Kreditrückzahlungen in Milliardenhöhe. Sobald Griechenland ohne Unterstützung wäre, würden die Märkte nämlich die griechische Wirtschaft testen und nichts mehr verzeihen. Alles in allem empfinden viele Experten, dass Griechenland noch weitere tiefergehende Reformen durchführen müsse, damit es wieder als eigenständiger Akteur auf den internationalen Märkten agieren könnte.